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Albrecht Kirsche

Zisterzienser, Glasmacher und Drechsler

Glashütten in Erzgebirge und Vogtland und ihr Einfluss auf die Seiffener Holzkunst


Während Holzgestaltung im Erzgebirge noch heute eine wichtige Lebensgrundlage bildet, gerieten die Glashütten fast in Vergessenheit. Dabei sind sie in dieser Region ab etwa 1200 nachzuweisen. Das Buch beschreibt 105 Glashüttenstandorte im sächsischen und böhmischen Erzgebirge sowie Vogtland, die zwischen 1200 und 1900 betrieben wurden. Die frühesten, von den Zisterziensern gegründeten Hütten hatten wesentlichen Anteil am Landesausbau. Bei der Waldwirtschaft waren Glashütten die Konkurrenten des Bergbaus bei der Nutzung der Ressource Holz, was zu spezifischen Betriebsformen der Glashütten, von der Wanderhütte bis zur Fabrik, führte. Das Buch beschreibt auch den Technologietransfer durch wandernde Glasmacher, vor allem die Wanderbewegung nach Nordböhmen.

Exemplarisch wird die Glasmacherei am Beispiel der Hütte Heidelbach bei Seiffen, die fast 340 Jahre in Betrieb war, dargestellt. In dieser Hütte wurden um 1715 zudem Forschungen zum Porzellan vorgenommen. Wesentlich war jedoch ihr Einfluss auf die für diese Region typische Drechselkunst, zumal sie nun als die Wiege der einmaligen Reifendreherei des Seiffener Gebietes gelten kann.

So behandelt dieses Buch Probleme der Technik-, Montan-, Kunst-, Wirtschafts- und Landesgeschichte, der Volks- und Landeskunde sowie der Archäologie, Geologie und Genealogie.

Autoreninfo

Albrecht Kirsche, geboren 1953, studierte Maschinenbau an der TU Dresden und war in der Industrie tätig. Seit 1991 ist er selbständig. Jahrzehntelange Geschichtsforschung mit zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen veranlassten ihn, 1997 ein Studium der Technikgeschichte an der TU Dresden aufzunehmen. Mit dieser Dissertation wurde er im Jahre 2003 promoviert.

Pressestimmen

Hüttenbesitzer, Fachpersonal, technische Ausrüstung, Rohstoffe, Erzeugnisse und deren Absatz werden in den gesellschaftlichen Verhältnissen der Zeit gesehen und gut lesbar dargestellt. […] Eine Standortkarte mit Glashüttenverzeichnis, exakte Quellenangaben und zahlreiche Abbildungen runden die erste umfassende und systematische Arbeit zu den Glashütten […] ab
Dr. Rainer Sennewald in: Erzgebirgische Heimatblätter. H. 1/2006. S. 31.

So geht diese Arbeit erstmalig über Einzeldarstellungen hinaus und hinterfragt Aufgaben dieser Hütten, die sie neben Glasherstellung für den Landesausbau und die Waldwirtschaft übernahmen.
Aus: www.jugendheim-gersbach.de.

Mit seiner Arbeit hat Albrecht Kirsche einen ausführlichen Beitrag zur sächsischen Glashüttenforschung geleistet.
Angelika Kromas in: Technikgeschichte, Bd. 73. H. 2/2006.

Innerhalb der Glasforschung ist Kirsches Arbeit ein wichtiger regionaler Baustein, der, ergänzt durch weitere zum Teil bereits vorhandene, zum Teil noch zu leistende Arbeiten über wichtige Glasregionen, zukünftig zu einer Geschichte des Glases zusammengefügt werden kann.
Ulf Vierke, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2007, S. 297–299.


2005, Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt, Bd. 27, 254 Seiten, zahlr. Abb., br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-8309-1544-7

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